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Bitte geben Sie Ihr PDF bzw. alle Elemente Ihres Layouts im Farbraum CMYK ab. Eingebettete Profile werden - genau wie der OutputIntent - von uns ignoriert. Verwenden Sie zur Konvertierung Ihrer Bilder und Dokumente in CMYK bitte die Offsetprofile der ECI. Zur Zeit sind das ISO Coated v2 für gestrichenes und ISO Uncoated für ungestrichenes Papier.
Wir ignorieren (noch) alle eingebetteten Profile. Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, da viele Grafiker Probleme bei der Anwendung von Farbmanagement haben. Der geübte Grafiker wird kein Problem haben, vor der Abgabe seine Daten für die Ausgabe im Offsetdruck mit dem richtigen Profil zu erzeugen, er kann also so lange wie möglich in seinem bevorzugtem Farbraum arbeiten.
Wir haben jedoch oft erlebt, daß in vielen Dokumenten Farbprofile vom Kunden unbewußt hinterlegt wurden. Somit ändert sich bei Anwendung dieser Profile natürlich die Farbigkeit im Druck. Gerade Vektorobjekte werden oft mit einem bestimmten CMYK-Wert vom Kunden angelegt, bei Anwendung des Kundenprofils können diese sich natürlich verändern.
Eine gute Empfehlung zum Erlernen des Farbmanagements ist die Broschüre von Cleverprinting, die kostenlos heruntergeladen oder als Printversion erworben werden kann. Für ein sicheres Verständnis wird auch ein Seminar z.B. dort, bei Impressed oder bei der Fogra empfohlen.
Wir brauchen Daten im CMYK-Farbraum mit einer Farbdeckung unter 330%. Wie diese Daten erzeugt werden, bleibt natürlich dem Kunden überlassen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, beschreiben wir aber hier einen Weg, bei dem medienspezifisch gearbeitet wird.
ECI: http://www.eci.org
Profile: http://www.eci.org/doku.php?id=de:downloads
Cleverprinting: http://www.cleverprinting.de/
download Screenversion: http://www.cleverprinting.de/ratgeber_anfordern.html
gedrucktes Handbuch kaufen: http://www.cleverprinting.de/shop.php
Hier eine vereinfachte theoretische Erklärung, die Anwendung in Photoshop und in Layoutprogrammen erfolgt im Anschluss. Bitte lesen Sie sich diesen Teil trotzdem durch, da dieser Teil zum besseren Verständnis beitragen wird.
Für uns ist Farbmanagement immer dann wichtig, wenn wir von einem Farbraum in den anderen wechseln müssen. Das ist z.B. der Fall, wenn ein Bild gescannt wurde und im Offset gedruckt werden soll. Der Scanner „sieht“ die Farbe in RGB. Im Druck müssen wir aber mit den Farben CMYK drucken.
Auch sind die Farbräume bei verschiedenen Druckbedingungen und verschiedenen Papieren anders. Jeder kann sich vorstellen, dass auf Zeitungspapier ein Bild nicht so „bunt“ dargestellt werden kann wie auf hochglänzendem Fotopapier.
Wie funktioniert also diese Umwandlung?
Es wurde ein geräteunabhängiger Farbraum geschaffen, bei dem versucht wurde, die Unterschiede zwischen den Farben, die unser Auge wahrnehmen kann, in gleichen Abständen auf diesem Farbraum abzubilden. Das heißt, wenn wir einen Unterschied zwischen 2 Grüntönen sehen können, liegen diese beiden Farben in diesem Modell ungefähr so weit auseinander, wie 2 Rottöne, die wir als Unterschied wahrnehmen können.
Dieser Farbraum wird als CIE-L*a*b*-Farbraum bezeichnet.
Der Unterschied zwischen 2 Farben, den unser Auge gerade noch wahrnehmen kann, entspricht genau 1 delta E. Unterschiede zwischen Farben, die unser Auge wahrnehmen kann, liegen bei diesem Modell ungefähr im gleichen Abstand zueinander.
Die linke Abbildung beschreibt einen Querschnitt durch das 3-dimensionale Modell des CIELAB-Farbraums, die rechte Darstellung das Prinzip der Dreidimensionalität. Wir können auf einer dieser Ebenen die Farbe a* und b* beschreiben. Dabei beschreiben wir mit a* die rot-grün-Achse, mit b* die blau-gelb-Achse. Jede dieser Farben kann aber noch verschiedene Helligkeiten aufweisen. L* bezeichnet also die Helligkeit (Lightness) der Farbe, wobei 0=dunkel (keine Helligkeit) und 100=hell (höchste Helligkeit) bedeutet. Somit haben wir bei einem L*a*b* von 100, 0, 0 ein reines weiß, bei L*=50, a*=-50, b*=0 ein „mittelhelles“ grün. Dieser Farbraum ist unabhängig vom Ausgabegerät oder Papier, er stellt jede mögliche Farbe dar.
Wir können also nun jeder Farbe, die unser Auge wahrnehmen kann, einen eindeutigen L*a*b* Wert zuordnen.
Wenn Farben von einem Farbraum in einen anderen umgewandelt werden sollen, muss der L*a*b*-Wert der Ausgangsfarbe eindeutig bestimmt werden. Man kann dazu ein rotes Farbfeld mit seinem Scanner einscannen und den L*a*b*-Wert des eingescanten Farbfeldes messen. Da nun der Wert der Originalfarbe bekannt ist, kann man diesem den Wert, den der Scanner „gesehen“ hat, zuweisen.
Wenn 2 unterschiedliche Scanner das rote Farbfeld anders „sehen“, später aber beiden Scannern gesagt wird, diese Farbe, die du gerade „gesehen“ hast, ist eindeutig dieses Rot, müssen beide Scanner am Ende das gleiche Farbfeld nach Berechnung gleich „sehen“, also einen eindeutigen L*a*b* Wert zuordnen. Das heißt nichts anderes, als das beide Scanner das gleiche Farbfeld gleich einscannen.
 Farbprofil
Wenn genügend Farbfelder nach diesem Prinzip ausgemessen werden, kann man also eine Tabelle für jeden Scanner erstellen. Die Tabelle sagt somit dem Scanner, die Farbe, die du siehst, ist eigentlich jene Originalfarbe.
 Farbprofil
Man versucht also, über den geräteunabhängigen Farbraum CIE-L*a*b* geräteabhängige Farben (Scanner, Druckmaschine, Monitor) zu profilieren, da unser Auge gleiche L*a*b*-Werte auch als gleiche Farbe sieht.
Der CIE-L*a*b*-Wert des roten gescanten Farbfeldes ist jetzt bekannt. Nun sollen aber auch verschiedene Monitore diesen CIE-L*a*b*-Wert gleich darstellen. Wir brauchen also noch eine Tabelle, in der steht, wie dieser CIE-L*a*b*-Wert dargestellt werden soll. Man muss jetzt verschiedene
Farben auf dem Monitor messen, also die verschiedenen CIE-L*a*b*-Werte der dargestellten Farbfelder am Monitor ermitteln. So bekommt man wieder eine Tabelle, in der steht, dass dieses gemessene Farbfeld genau jenem CIE-L*a*b* - Wert entspricht.
 Farbprofil
Nach dem Scannen ist über eine Tabelle der L*a*b*-Wert eines bestimmten Farbfeldes bekannt. Ebenfalls ist bekannt, wie der Monitor bestimmte
L*a*b*-Werte darstellt. Gleiche L*a*b*-Werte sieht unser Auge auch gleich. Der Monitor (die Grafikkarte) „schaut“ dann in seiner Tabelle nach, wie er diesen bestimmten L*a*b*-Wert darstellen soll. Er vergleicht also eigentlich, welche von den gemessenen Farben genau dem L*a*b*-Wert entspricht, der ja zuvor durch die Tabelle vom Scanner ermittelt wurde. (Natürlich kann man nicht alle möglichen Farben messen, in einem Profil werden somit die nicht gemessenen Farben berechnet).
Im Scannerprofil steht somit, welchen CIE-L*a*b*-Wert die eben gescannte Farbe eigentlich hat. Als Ergebnis haben wir also für eine bestimmte Farbe ein ganz bestimmten CIE-L*a*b*-Wert.
Ab diesem Moment haben einen bestimmten vorgegeben CIE-L*a*b*-Wert.
Im Monitorprofil steht, wie der Monitor bestimmte CIE-L*a*b*-Werte darstellen soll. Der CIE-L*a*b*-Wert ist vorgeben und der Monitor versucht, seine Farbe so aufzubauen, dass sie dem CIE-L*a*b*-Wert entspricht.
 Farbprofil
(Natürlich kann man verschiedene Profile zu einer bestimmten Tabelle durch verschiedene Profilwerkzeuge, anderen Schwarzaufbau, andere Tonwertsummen usw. erzeugen. Deshalb kann man z.B. bei der Fogra nur die Charakterisierungsdaten (die Tabelle) und keine Profile downloaden. Die ECI hat jedoch aufgrund dieser Charakterisierungsdaten Profile erstellt, von denen wir hier ausgehen und die wir benutzen).
Ein Scan und die Darstellung am Monitor ist schon eine Umwandlung von einen Farbraum in einen anderen, da ja beide Geräte (Scanner und Monitor) geräteabhängige Farbräume besitzen. Jeder geräteabhängige Farbraum
schaut in seinem Profil nach, welche Werte dem CIE-L*a*b*-Wert entsprechen und baut seine Farbe in seinem Farbraum danach auf. Demnach sollte eine Umwandlung von einem Farbraum in einen anderen immer den gleichen CIE-L*a*b*-Wert ergeben, die Farbe also für unser Auge immer gleich aussehen. Nun gibt es da aber ein Problem:
Wir sehen im Modell des CIE-L*a*b*-Farbraumes oben, dass nicht alle Werte in allen Farbräumen wiedergegeben werden können. Der Farbraum beim Druck auf Zeitungspapier ist kleiner als der Farbraum beim Druck auf gestrichenem Papier. Es ist also nicht bei allen Farbräumen möglich, die CIE-L*a*b*-Werte wiederzugeben. Wir müssen also Farben in Farbräumen verschieben. Dafür gibt es prinzipiell 2 Möglichkeiten:
 Farbkonvertierung
- Farbmetrisch
Wir schneiden einfach alle Farbwerte, die außerhalb des Farbraumes liegen, in den wir konvertieren wollen, ab. Alle Farben, die innerhalb des Farbraumes liegen, werden identisch abgebildet, bei allen anderen wird die ähnlichste darstellbare Farbe am Rand genommen. Ein kräftiges Rot, welches nicht darstellbar ist, wird demnach mit der Farbe dargestellt, die am Rand des darstellbaren Farbraumes liegt und am ähnlichsten zu der nicht darstellbaren Farbe ist. Ein Rot, welches innerhalb des zu konvertierenden Farbraumes liegt, wird genau so auch abgebildet, der L*a*b* bleibt also erhalten.
- Fotografisch (Wahrnehmung, perzeptiv...)
Wir schrumpfen den Farbraum so, das alle Farben innerhalb des darstellbaren Farbraumes liegen. Es werden also auch die Farben, die darstellbar wären, verändert. Diese Umrechnungsmethode benutzen die meisten Grafiker, um Scans für die jeweilige Druckbedingung umzurechnen. Da der gesamte Farbraum „komprimiert“ wird, können auch keine „Abrisse“ auftreten. (Im Gegensatz zur farbmetrischen Umrechnung: Sollten viele relativ gleiche Werte außerhalb des Farbraumes liegen, in den konvertiert werden soll, werden alle Werte mit der gleichen Farbe abgebildet, die am Rand des Farbraumes liegt, in den konvertiert wird. Verschiedene Farbwerte nehmen also den gleichen Farbwert an, aus einem Verlauf wird dann eine Fläche mit nur einem Farbwert.)
 Farbkonvertierung
Ein Profil schaut also nach, mit welchen Farbwerten es einen bestimmten L*a*b*-Wert am besten darstellen kann. Dabei kann es passieren, dass der Zielfarbraum kleiner als der Ausgangsfarbraum ist. Wir müssen also festlegen, wie das Profil diese Farbanpassung (eigentlich ja eine Farbraumreduzierung)
durchführen soll.
Wir sehen aber auch, dass der Ausgangsfarbraum (Quellfarbraum, wo komme ich her) angegeben werden muss. Wir müssen wissen, welchen L*a*b*-Wert eine bestimmte Farbe eigentlich hat, und dieser ist eben nur durch das Profil bestimmt.
 Farbkonvertierung
In allen Fällen wurde eine Farbe mit einem RGB-Wert von 255,0,0 erzeugt. Diese Farbe ist aber nicht eindeutig, da die RGB-Farbräume geräteabhängig sind. Je nach Profil haben wir also unterschiedliche L*a*b*-Werte. Da diese L*a*b*-Werte aber benutzt werden, um in den Farbraum Iso-Coated (Offsetdruck, gestrichenes Papier, umgerechnet mit fotografisch) zu konvertieren, bekommen wir verschiedene Farben. Noch einmal:
Der Farbwert der RGB-Farbe war immer 255,0,0. Die Umrechnung in den CMYK-Farbraum erfolgte immer gleich (gleiches Profil, fotografische Anpassung) in Photoshop mit identischen Einstellungen. Wir bekommen jedoch unterschiedliche CMYK-Werte, die auch genau so gedruckt werden. Wir drucken also „unterschiedliche Rots“, obwohl doch das Rot „eindeutig“ mit RGB=255,0,0 angegeben wurde.
Wenn wir den Quellfarbraum nun nicht kennen, müssen wir raten, welcher das sein könnte (Bei einer Konvertierung muss immer ein Quellfarbraum angegeben werden). Raten wir falsch, drucken wir „falsche“ Werte. Hinterlegt der Grafiker versehentlich oder unwissentlich ein falsches Profil, drucken wir ebenfalls „falsche“ Werte. Genau aus diesem Grund bitten wir unsere Kunden, unprofilierte und separierte (also Daten in CMYK) abzugeben und empfehlen, das Farbmanagement in Layoutprogrammen abzuschalten (in Photoshop und Acrobat sollte es jedoch eingeschaltet
sein). Hat sich das Wissen und die Handhabung von Farbmanagement bei allen Grafikern gefestigt, werden wir medienneutrale Daten in RGB mit definierten Profilen annehmen.
Da das Farbmanagement in Photoshop immer aktiv ist, empfiehlt es sich natürlich auch, dieses richtig einzustellen. Bei Deaktivierung des Farbmanagements greift Photoshop im Hintergrund auf seine Voreinstellung zurück (SwopCoated).
Als erstes sollten Sie sich die aktuellen Profile von der ECI herunterladen: http://www.eci.org/eci/de/060_downloads.php
Interessant für uns sind die Offsetprofile, z.Z. also die Datei „ECI_Offset_2007.zip“.
Neben den Readme´s gibt es dort die Profile u. a. ISOcoated_v2_eci.icc, ISOuncoated.icc und ISOuncoatedyellowish.icc. Diese 3 Profile müssen noch in den Profilordner Ihres Rechners gelegt werden. Bei Windows geht das mit einem Rechtsklick auf das jeweilige Profil und dann im Kontextmenü durch Klick auf installieren, bei Mac OS X müssen die Profile in den Ordner /Library/ColorSync/Profiles verschoben werden.
Über Bearbeiten->Farbeinstellungen kommen Sie nun zu den Einstellungen:
Nach Installieren der Profile können nun die heruntergeladenen Profile ausgewählt werden. Das ECI-RGB.icc Profil kann ebenfalls bei der ECI heruntergeladen werden.
(Um das Graustufenprofil wie im Bild einzustellen, können Sie bei
Graustufen: auf Graustufen-Einstellungen laden klicken und dann das Profil ISO Coated v2 auswählen, ebenso beim Volltonfarben-Profil.)
Die weiteren Einstellungen können Sie so wie auf dem Bild übernehmen.
Profile sind - vereinfacht gesagt - dafür da, um von einem Farbraum in den gewünschten Ausgabefarbraum zu konvertieren. Den gewünschten Ausgabefarbraum kennen wir ja, wir wollen auf gestrichenem Papier im Offset drucken, also benötigen wir das Profil ISO Coated v2 (bei Druck auf ungestrichenem Papier bräuchten wir das Profil ISO Uncoated).
Nun ist aber genau so wichtig, zu wissen, woher das Bild kommt. Für eine Konvertierung muß also der Eingabefarbraum (wo kommt das Bild her) bekannt sein.
Prinzipiell gibt es 3 Möglichkeiten:
- Das Bild hat schon das richtige Profil (z.B. ISO Coated v2)
- Das Bild hat ein falsches Profil (z.B. sRGB, ISO Uncoated...)
- Das Bild hat kein Profil
 Farbmanagement-Richtlinien
zu 1.)
Bei den oben gezeigten Einstellungen öffnet Photoshop das Bild ohne Fehlermeldung, wenn im Bild entweder das Profil ISO Coated v2 oder ECI-RGB eingebettet ist. Es kann also auch ein RGB-Bild sein.
zu 2.)
Wenn im Bild ein anderes Profil eingebettet ist, als unser Arbeitsfarbraum definiert, möchten wir natürlich diese Information behalten und das eingebettete Profil verwenden. Eine Konvertierung in den Ausgabefarbraum erfolgt später, da bei jeder Konvertierung in ein anderes Profil (Farb)daten verloren gehen. Sie bearbeiten also das Bild mit dem eingebettetem Farbraum.
zu3.)
Wenn Sie wissen, welches Profil das Bild hat, können Sie es beim Öffnen gleich zuweisen.
Wenn nicht, gibt es ein grosses Problem. Sie können hier wirklich nur raten. Wie oben gesehen, brauchen wir für die Konvertierung in ein Zielprofil unbedingt ein Quellprofil, ohne dieses ist keine verlässliche Konvertierung möglich. Evt. können Sie das Bild ohne Farbmanagement (erster Punkt links -> Beibehalten (kein Farbmanagement)) öffnen und dann unter Bearbeiten -> Profil zuweisen mit aktivierter Vorschau verschiedene Profile ausprobieren. So haben Sie wenigstens eine visuelle Kontrolle. Profil zuweisen bedeutet also, dem Bild ein Quellprofil zuzuweisen. Nachdem das Bild geöffnet wurde, können Sie dieses nun bearbeiten.
Haben Sie einen kalibrierten Monitor, ist es sinnvoll, den Softproof von Photoshop zu aktivieren. So können Sie in jedem beliebigen Farbraum arbeiten und sehen trotzdem, wie Ihr Bild später im Druck aussehen wird. Zuerst muss der Softproof eingestellt werden. Den Menüpunkt erreichen
Sie unter Ansicht->Proof einrichten->Eigene...
Bei „zu simulierendes Gerät“ wählen Sie nun das Profil aus, welches Sie simulieren möchten. In unserem Fall - Druck auf gestrichenem Papier im Offset - also das Profil ISO Coated v2. Da wir bei den Farbeinstellungen in Photoshop als Grundeinstellung
Relativ farbmetrisch mit Tiefenkompensierung verwendet haben, sollten Sie das im Proof auch einstellen. Möchten Sie eine andere Renderpriorität
testen, können Sie das hier ebenfalls machen.
Der Vorteil, die Prioritäten hier zu testen, ist die Simulation des Papierweiss, welches bei aktivierter Vorschau bei der Profilkonvertierung nicht berücksichtigt wird. Merken Sie sich also Ihre verwendeten Einstellung für die spätere Konvertierung. Unter Anschicht->Farb-Proof müssen Sie den Softproof nun noch einschalten. Nun können Sie in Ihrem bevorzugtem Farbraum (z.B. ECI-RGB) arbeiten und sehen trotzdem, wie das Bild nach der Konvertierung in ein CMYK-Profil aussehen wird.
Haben Sie nun Ihre Bildbearbeitung abgeschlossen, müssen Sie das Bild in das Profil konvertieren, welches der späteren Druckbedingung entspricht.
In unserem Fall also Iso Coated v2. Leider wird oft immer noch zum Umwandeln von RGB in CMYK der Menüpunkt Bild->Modus->CMYK verwendet.
Was passiert dort? Um von RGB nach CMYK zu „kommen“, braucht Photoshop zwingend ein Quell -u. ein Zielprofil. Photoshop konvertiert das Bild in den voreingestellten CMYK-Modus mit der voreingestellten Renderingpriorität. Haben wir das Farbmanagement ausgeschaltet, wird Photoshop die voreingestellten Werte benutzen, in diesem Fall Swop Coated (amerikanischer Rollendruck). Deshalb muss das Farbmanagement in Photoshop aktiviert werden. Bei unserem aktiviertem Farbmanagement und Einstellungen würde Photoshop in das Profil ISO Coated v2 mit relativ farbmetrischer Renderpriorität mit Tiefenkompensierung konvertieren, das Ergebnis wäre also schon wesentlich besser.
Benutzen Sie also zum Konvertieren immer den Menüpunkt Bearbeiten->In Profil konvertieren.
Hier benutzen Sie dann die Renderpriorität, die die besten Ergebnisse beim Softproof ergeben hat. Arbeiten Sie ohne Softproof, sollten Sie die Vorschau aktivieren, um das Ergebnis gleich am Monitor betrachten zu können.
Hier findet immer eine Konvertierung mit dem Profil statt, daß den späteren Druckbedingungen entspricht. Möchten Sie ein Bild jeweils auf gestrichenem Papier und auf ungestrichenem Papier bedruckten, müssen Sie einmal in ISO Coated v2 konvertieren, abspeichern und dann nochmals in ISO Uncoated konvertieren und speichern. Der hier beschriebene Weg ist medienspezifisch, natürlich können alle Bilder auch mit dem gesamten Layout erst später konvertiert werden. Allerdings ist dieser medienneutrale Weg nur für Grafiker mit fundiertem
Fachwissen über Farbmanagement empfehlenswert.
 Farbkonvertierung
Wie wir oben gesehen haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, von einem Farbraum in einen anderen zu konvertieren. Wenn der Farbraum verkleinert werden muss, können wir entweder Farben, die außerhalb des in den zu konvertierenden Farbraumes liegen abschneiden oder den alten Farbraum schrumpfen.
Haben wir z.B. ein RGB-Bild mit satten und kräftigen Farben und möchten dieses in CMYK konvertieren, so ist der CMYK-Farbraum kleiner als der RGB-Farbraum. Wenn man jetzt alle Farben außerhalb des CMYK-Farbraumes abschneidet (farbmetrisch), würden alle Farben und Verläufe außerhalb des CMYK-Farbraumes eine einzige Farbe annehmen, die dafür aber möglichst nah am Original ist. Bei der perzeptiven Priorität werden alle Farben geschrumpft, der Bildeindruck bleibt also erhalten. Will man also Sonderfarben in CMYK umwandeln, möchte man möglichst nah am original bleiben. Hier wäre also farbmetrisch die bessere Wahl.
Bei einer CMYK zu CMYK Umwandlung (z.B. Iso Coated zu ISO Uncoated) sind schon beide Farbräume relativ gleich groß, man will und kann auch möglichst nah am Original bleiben, empfehlenswert wäre hier also auch die farbmetrische Priorität. Bei Umwandlung von einem grossen in einen kleinen Farbraum (RGB->CMYK) würde aber der Eindruck, also die Wahrnehmung des Bildes verändert werden, deshalb sollte man hier perzeptiv (Wahrnehmung) verwenden. Es gibt jedoch kein Rezept, manchmal wird in einem RGB-Farbraum auch nur ein kleiner Teil benutzt, der sich in einem CMYK Farbraum abbilden läßt. Warum sollte man hier also keine farbmetrische Priorität verwenden, die ja „näher“ am original wäre?
Man muss es also je nach Bild ausprobieren. Bei aktivierter Vorschau in Photoshop kann man sehr gut erkennen, wie sich beim konvertieren die verschiedenen Prioritäten auswirken. Deshalb macht es auch Sinn, jedes Bild einzeln zu konvertieren. Es bleibt also nur die Möglichkeit des Ausprobierens und der visuellen Kontrolle, was besser gefällt, wird genommen. Die Unterschiede sind jedenfalls oft erheblich.
Wenn Sie mit Indesign weiterarbeiten, empfehlen wir die Speicherung als Photoshop-Datei, bei anderen Layoutprogrammen als TIF-Datei ohne Ebenen. In jedem Fall muß das Profil mit eingebettet werden. Nur dann können wir bei einer späteren Verarbeitung und evt. nochmaligen Konvertierung sicher sein, welches Profil diesem Bild zugeordnet ist.
Sollten Sie Sonderfarben in Ihrem Bild verwenden, (z.B. einen Lackkanal) und nicht mit Indesign weiter arbeiten, empfehlen wir die Speicherung als DCS-2.0. Nur in diesem Format bleiben die Sonderkanäle erhalten. Achten Sie darauf, daß Sie „Einzeldatei mit Farb-Composite“ einstellen. Die 72 dpi, die dort angezeigt werden, ist nur die Auflösung für die Vorschau-Bilder, die im Layoutprogramm sichtbar sind. Das Bild selber hat natürlich die von Ihnen eingestellte Auflösung.
Bei der Platzierung in Indesign haben wir auch bei normalen Photoshop-Dateien mit Sonderkanälen noch keine Probleme gehabt, also empfehlen wir auch hier die Speicherung im Photoshop-Format.
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